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Kommentare
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lol ![]() 26.3.2009, 20:02 Uhr |
tatsächlich: was den stumpfsinn anbelangt geben sich beide wohl kaum etwas. die endlose wiederholung des immergleichen, etwas wirklich neues, das wäre doch mal was. doch in erfurt stinkt alles von vorn bis hinten nach Herrschaft und Ausbeutung. |
hrhr ![]() 25.3.2009, 20:53 Uhr |
Süß Charlott... Und die Kampagne "Liberalismus neu entdecken" ist ja so einfallsreich wie sinnentleert... |
Charlott ![]() 21.3.2009, 05:02 Uhr |
Ich will an dieser Stelle nur noch einmal konstatieren, dass die Kampagne der LHG durch obige Abstimmung sowie durch diesen Thread ordentlich daneben gegangen ist. Vielen Dank an dieser Stelle für die liberalismuskritischen Texte in diesem Thread sowie der "Liberalismus neu erfinden" Flyer an der Uni. Eure Charlott |
| kim jong ill soviet@stalin.kill ![]() 14.3.2009, 18:18 Uhr |
Nordkorea ist ein arbeiterstaat der das recht auf atomwaffen hat! |
wer wohl ![]() 5.3.2009, 13:06 Uhr |
naja genaugenommen steht da, göbbels hats gesagt, nur ob dessen aussage, er habe das zitat von churchill stimmt, ist nicht geklärt. |
bla ![]() 3.3.2009, 22:49 Uhr |
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/T#Traue_keiner_Statistik.2C_die_du_nicht_selbst_gef.C3.A4lscht_hast. Quelle nicht eindeutig geklärt |
soo kluge studentin ![]() 2.3.2009, 19:41 Uhr |
göbbels |
Pele ![]() 28.2.2009, 20:03 Uhr |
Genau! Zitat: "Trau keiner Statistik, es sei denn, du hast sie selbst gefälscht!" Urheber ist mir leider unbekannt. |
Felix ![]() 27.2.2009, 18:03 Uhr |
Spätestens dann, wenn die Zahl der Abstimmungen die der Studenten übersteigt, wirds auffällig. |
Pele ![]() 26.2.2009, 17:40 Uhr |
71%für "Was? Marx ist super! Hat halt noch nicht richtig geklappt" Wenn dass keine deutlich Antwort ist? MfG |
lol ![]() 20.2.2009, 10:39 Uhr |
@Pele Du verkennst soetwas von die Wirklichkeit. Du schwinkst hier "gebildete Vergleiche" um die Leserinnen zu beeindrucken, bringst dann aber nur inhaltsleere oder blöden Unsinn vor. Dein Vergleich der marxschen Kritik der politischen Ökonomie mit dem Ptolemäisches Weltbild auf der Höhe seines Einflusses zu vergleichen ist schlicht realitätsfremd. Marx ist faktisch ein toter Hund. Er hat mal seine Phasen in denen er ausgekramt wird, aber in weiten Teilen der Öffentlichkeit und der akademischen Welt herrscht nicht nur Unkenntnis, sondern auch Desinteresse. Das er immer mal wieder Phasen der Auferstehung feiert ist unbestritten, doch das Niveau der Auseinandersetzung, etwa zwischen SDS.dielinke und liberaler Hochschulgruppe, ist doch äußerst oberflächlich und ohnehin auf einen kleinen Teil von Leuten beschränkt. Die Marx Einführungen sind mehrheitlich schlecht, es gibt genug Dozenten die zwar über Marx sprechen, aber kaum etwas von seinem Werk wissen und auch insgesamt ist das ganze nicht sonderlich erfreulich. Freuen kann sich wohl nur der Dietz Verlag in Berlin der die Bücher gut los wird, weil sich zig Leute die Schinken jetzt kaufen, um sie im Regel verschwinden zu lassen oder um nach den ersten 5 Seiten zu behaupten das sei ja alles Quatsch oder aber sowieso nicht verständlich und sich den Rest ihres Lebens damit zu brüsten, das sie den Marx ja gelesen hätten, das das alles aber Unsinn war. Die Liberale Hochschulgruppe ist allerdings nicht gleich Adam Smith, sich auf ihn zu berufen ist allerdings genau so bescheuert wie auf Marx. Vielleicht sollte man ihn stattdessen lesen, das wäre zumindest ein erster Schritt. Denn Adam Smith, Kant, Hegel, Ricardo und anderen Denkern geht es nicht anders als Marx: Der bescheuerte Fortschrittsglaube, wie er noch im Falsifikationismus eines Popper steckt, hält alles was nicht Aktuell ist für Überholt und das Studium der Klassiker für Zeitverschwendung. Die Wirtschaftswissenschaften machen im Studium, zumindest im Durchschnittm vor wie eine Wissenschaft aussieht, die keine Klassiker liest oder Theoriebildung betreibt, sondern Formeln und Rezepte aus Lehrbüchern lernt. Die Sozialwissenschaften sind heute längst dabei dem Nachzueifern. So kennen alle heute Parolen und Rezepte für alles und jeden, allerdings aller brühwarm aus dritter oder vierter Hand. Marx hat im Übrigen, nur um nochmal die Stumpfheit deiner Behauptungen und den Mangel deiner Kenntnis vorzuführen, sich nicht als Rezepte Schreiber verstanden (Wie die wenigsten "Schulbegründer" . Im Gegenteil finden sich massenhaft Stellen an denen er sich deutlich gegen ein Rezepte schreiben verwehrt. Etwa im Kapital (das ja auch "Kritik der polischen Ökonomie" heißt und nicht "10 Rezepte wie die Welt ein schönerer Ort wird" ein Zitat Giammaria Ortes, das Marx sich aneignet: "Statt unnütze Systeme für das Wohl der Völker aufzustellen,will ich mich darauf beschränken, die Gründe ihres Unglücks zu untersuchen.“ |
mila ![]() 19.2.2009, 14:09 Uhr |
keine ahnung, wie jetzt der smiley dahin gekommen ist. |
mila ![]() 19.2.2009, 14:07 Uhr |
Pele, deine Argumente sind echt krass. Ich dachte mir schon immer, dass Marx nicht das Wahre sei, aber nun, da du das erklärst ("Marx war auf dem Papier ein ungeheuer produktiver Mensch. Es war und ist auch heute noch für jeden etwas dabei" , wird mir auch klar, warum ich den nie so gut fand. Hätte mal weniger schreiben sollen, der Gute, oder besser gar nichts, dann hätte sich auch keiner auf ihn berufen können. Naja, das beweist ja nur einmal mehr, dass er nichts verstanden hat, was? Wieso habt ihr eigentlich kein Poster von Kambodscha gemacht? Wäre doch schick gewesen: Angkor Wat und darunter >Marx neu entdecken<. Äh, und das mit dem ptolemäischen Weltsystem verstehe ich nicht so ganz. Also ich meine: Du kannst doch hier im Forum mit satzbautechnisch komplizierten aber faktisch inhaltsleeren Argumenten gegen Marx um dich werfen und du wirst nicht an den Pranger gestellt. Insofern ist der Vergleich echt sinnlos. |
Wolf ![]() 19.2.2009, 00:02 Uhr |
http://www.cicero.de/1725.php?kol_id=10839 Charlott Mit dem "hautpsächlich" sehe ich anders. Du kannst ja gerne in unserem Twitterchannel twitter.com/LHG_Erfurt (vor einer Woche oder so) nach ein paar Links zur Finanzkrise schauen und diese mal durchlesen. Die Rolle des Staates der Druck auf die Banke zur losen, unverantwortlichen Kreditvergabe ausübte. Die Rolle der niedrigen Zinspolitik der FED (Direktorium wird vom Staat bestimmt), der halbstaatlichen Banken Mae und Mac usw.. Die Liberalisierung hat das ganze eventuell verstärkt (siehe Gesetzgebung unter Rot-Grün), aber die Ursachen liegen an der Politik des amerikanischen Staates. |
pele ![]() 17.2.2009, 21:24 Uhr |
Mit der Dummheit und ihr Gegenteil ist es so eine verzwickte Sache. Über tausend Jahre galt das Ptolemäische Weltsystem und wehe es hat einer versucht dessen hochintellektuelles Gespinst zu widerlegen, wo doch auch der "gesunde" Menschenverstand jeden Tag die Sonne um die Erde kreisen sah. Es wird hoffentlich nicht noch einmal so viel Zeit vergehen müssen, bis die Benachteiligten in unserer weltweit arbeitsteiligen Gesellschaft die Marxschen Rezepte als nicht zielführend erkennen. Marx war auf dem Papier ein ungeheuer produktiver Mensch. Es war und ist auch heute noch für jeden etwas dabei. Selbst die massenmörderische Pol-Pot-Diktatur in Kambotscha hat sich auf ihn berufen. Der Erfurter Liberalen Hochschulgruppe ist allerdings zwar nicht gleich Adam Smith, doch sich auf ihn zu berufen, ist der bessere Weg. |
lol ![]() 15.2.2009, 10:41 Uhr |
@ pele du bist mir ja ein richtiger wissenschaftler. Immerhin heißt der Anfang von Auswahlmöglichkeit eins "Richtig so!". Das widerrum ist völliger Unsinn und wird auch durch den Zweiten Teil der Auswahlmöglichkeit "Marx ist tot." nicht richtiger, im übringen ist diese Feststellung auch kaum eine denkerische Meisterleistung (passt allerdings zum Stumpfsinn der "Empiriker"; darüber Abzustimmen ob Marx als Person tot ist macht wohl insgesamt wenig sinn). Auch bei den Abstimmungspunkten wird lediglich versucht polulistisch zu bestimmten Antworten zu verleiten (z.B. durch das Marx ist tot beim ersten) oder das völlig schwachsinnige "hat halt noch nicht geklappt" beim letzten. Denn es hat ja nicht einfach nicht geklappt: also nach dem Motto: Man hat da Marx Kritik aufgegriffen und versucht zu verwirklichen aber irgendwie ist es schief gegangen. Marx hat mit Nordkorea oder China etwa soviel zu tun wie Adam Smith mit der Liberalen Hochschulgruppe: nichts: für die Dummheit der Liberalen Hochschulgruppe ist deswegen auch kaum Adam Smith zur Verantwortung zu ziehen. |
Bochum´s Best ![]() 14.2.2009, 21:10 Uhr |
jaja, genau! Kuba, Nordkorea... http://de.wikipedia.org/wiki/Vorposten_der_Tyrannei http://de.wikipedia.org/wiki/Achse_des_B%C3%B6sen |
| pele gepeleu@t-online.de ![]() 14.2.2009, 20:54 Uhr |
Natürlich ist Marx tot! Es müsste dazu eine 100prozentische Zustimmung zur ersten Möglichkeit geben und wer dennoch etwas anderes behauptet ist unwissenschaftlich. Die folgenden beiden Optionen sind im Grund korrekt liberal. Aber die 67% Zustimmung für einen neuen marxistischen Anlauf sind doch etwas beunruhigend. Mir scheint, die so Engagierten sollten erst einmal Kuba, danach Nordkorea und dann das ehemalige kommunistische China besuchen. Wenn schon die Liberalen theoretisch noch nicht überzeugend erklären können, warum ... , dann muss die Praxis überzeugen. |
Charlott ![]() 14.2.2009, 18:00 Uhr |
Klar sind sie vielfältig, aber de facto is die jetztige Finanzkrise nun mal hauptsächlich auf die Liberalisierung der Finanzmärkte zurückzuführen. |
Wolf ![]() 14.2.2009, 15:04 Uhr |
Charlott! Hättest du dich mit den vielfältigen Gründen der Finanzkrise beschäftigt, hätteste diesen Post vermutlich nicht abgeschickt! |
Bochum´s Best ![]() 14.2.2009, 13:14 Uhr |
Verblüffend: Die Anklage der Plakate spiegelt doch ein wenig die Rhetorik von der "Achse des Bösen" wieder... |
Charlott ![]() 13.2.2009, 20:33 Uhr |
In Zeiten einer Finanzkrise, in der fundamentale Paradigmen des Liberalismus ins Wanken geraten, wär es ja auch äußerst amüsant "Adam Smith neu entdecken" zu wollen... |
madero ![]() 13.2.2009, 20:19 Uhr |
Klarer geht´s wohl kaum: Wie die Bundes-FDP verbleibt verbleibt die kümmerliche JuLi-Gruppe beim Protest. Und mehr nicht. Wenn man selbst keine schlagende Programmatik hat, dann muß man eben die der anderen angreifen. Wie erbärmlich. |
Felix Justus ![]() 10.2.2009, 17:21 Uhr |
@ulli ein würdiger und inspirierender Abschluss der LHG-Kampagne. Vielen Dank! |
Ulli ![]() 4.2.2009, 10:31 Uhr |
kotz. |
toobonsai ![]() 2.2.2009, 21:09 Uhr |
super geile Aktion an der Uni sag ich nur. Ich hab mich gefreut wie ein Keks. Keep up the good work! |
| mila mila@hoolahoop.de ![]() 2.2.2009, 12:14 Uhr |
Weißte was, Justus, es gibt Leute, die bilden sich auch außerhalb dieser Popel-Uni. Vielmehr sollte man sich doch fragen, ob nicht vielleicht die LHG nichts anderes als eine Thumfahrt-Vorlesung konsumiert hat. Ihr passt zu der Bachelor-Universität wie die Faust aufs Auge, ohne Witz! |
Julia ![]() 31.1.2009, 19:54 Uhr |
Ja genau, bei den Liberalen nennt man Populismus plötzlich "Provokation". Einfach nur schlecht und peinlich. |
| Justus xxxxxxxxxxxxxxxx@xxxxx.xxx ![]() 31.1.2009, 19:49 Uhr |
eine höchstgradig inspirierende diskussion hier, vielen dank. wenn es bisweilen auch ein wenig bizarr anmutet, wenn hier menschen nach bloß einer thurmfart-vorlesung oder einen philo-seminar die großen ideen der menschheitsgeschichte auf einem derart abstrakten niveau diskutieren zu können glauben, so finde ich es trotzdem begrüßenswert, wenn an einem sonst so schrecklich apolitischen campus wie in erfurt sich wenigstens ein paar leute einer sachlichen auseinandersetzung stellen. das ganze anonym im netz zu tun ist sicher nicht das ganz große kino - trotzdem hat die lhg mit der poster aktion gekonnt provoziert und zumindest ein bisschen bewegung in die allgemeine gleichgültigkeit der bachelor-universität erfurt gebracht... |
Armin ![]() 30.1.2009, 19:15 Uhr |
Es kommt darauf an wie du die Begriffe definierst. Die bürgerliche Meinung geht davon aus, das mehr Staat mehr Sozialismus bedeutet. Deswegen auch dein "Argument" mit der Staatsquote. Aber das sind keine objektiven Kriterien. Kapitalismus ist, wenn die Produktionsmittel nicht denen gehören, die sie benutzen, sondern nur ihre Arbeitskraft zeitweise verkaufen. Vom Produkt ihrer Arbeitskraft sind sie entfremdet. Desweiteren ist das Produktionsziel nicht die Bedürfnisbefriedigung, sondern die Investition. Und das gilt nicht nur für die BRD, sondern genauso für die Sowjetunion, Nordkorea, DDR usw.. Du machst den Denkfehler beim Staat. Staat und Wirtschaft sind strukturell verbunden und abhängig. Der Staat garantiert Eigentum an Produktionsmitteln, Infrastruktur, Ausbildung der Arbeiter und Gewaltmonopol für die Unternehmen. Die Unternehmen sind Hort der gesellschaftlichen Wertschöpfung auf dessen Grundlage erst der Staat seine Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft finanzieren kann. Ob der Staat nun selber als ein einziger Konzern (Ostblock)handelt oder der Staat viele Unternehmen und Konzerne rechtlich absichert ist vielleicht Organisatorisch ein Unterschied, es bleibt aber beides Kapitalismus. Deswegen ist eure Kampagne auch so lächerlich, da eine marxistische Perspektive erst offenbart, das real existierender Sozialismus und heutiger Kapitalismus die beiden Seiten der selben Medaille sind. |
Felix ![]() 30.1.2009, 13:30 Uhr |
Ist das Kapitalismus? 43 % Staatsquote* 30,3 % Sozialleistungsquote** 1,1 Mio. Paragraphen*** Bei der Finanzkrise ist gar viel gescheitert: Die von SPD zerfledderte Bankenaufsicht. Eine staatlich gelenkte Zinspolitik. Der Staat als Banker in den Landesbanken. Und vieles mehr. Aber was ganz sicher nicht gescheitert ist, ist der Kapitalismus, weil er momentan nicht ansatzweise existiert. (*Staatsquote: Von 1 erwirtschafteten Euro in Deutschland fließen 0,43 Euro durch die Hände des Staates. **Sozialleistungsquote: Wir verteilen jeden 3. in Deutschland erwirtschafteten Euro in Deutschland durch Sozialleistungen um. ***Nur Bund und Länder.) |
Armin ![]() 30.1.2009, 11:40 Uhr |
Es ist schon verständlich.... Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Kriege, Armut..... euer Gesellschaftsmodell ist schwer in der Krise. Da bleibt euch nichts anderes übrig als auf "Anti-Alles" zu machen. Aber was ihr da mit Marx macht ist wirklich BILD-Niveau. Ihr habt wohl vergessen das ihr hier nicht auf der Baustelle für eure Politik werbt, sondern an einer Universität und jeder halbwegs gebildete Mensch rollt bei dieser billigen Polemik die Augen. Auch die Bauarbeiter.... Ihr zeigt nur eure verzweifelte Situation damit. Wie schon euer eigener Referent auf einer Veranstaltung von euch sagte: "Die Debatte ist verloren..." |
| Hennes Hennes_Ullrich@hotmail.de ![]() 30.1.2009, 01:36 Uhr |
peinlich peinlich liebe julis. in meinen augen ist diese gesamte marx-kritik völlig aus dem zusammenhang mit der eigentlichen kapitalismuskritik gerissen. was ihr hier aufgreift sind plattitüden, wie man sie sonst nur von den randparteien gewöhnt ist. traurig, aber wahr! |
Felix ![]() 29.1.2009, 19:04 Uhr |
Hallo lol, ist das beispielhafte Thema "Studiengebühren" nicht der Beleg, dass Marx eben nicht mehr aktuell ist? Oder seine direkt widerliche Judenhetze. Wie kann ich eine Gesellschaftssituation von 1850 der (gewünschten) Politik von heute zugrunde legen? Was ist denn z.B. von Gewinnbeteiligungen der Mitarbeiter zu halten? Sind sie dann Minikapitalisten? Es passt doch einfach nicht mehr zur Lebensrealität heute! |
pele ![]() 29.1.2009, 09:59 Uhr |
Man stelle sich einmal vor, heute würde eine Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebende Kritik des Kapitalismus damit beginnen, dass die die ökonomische Zellenform (der zweiseitige Austausch arbeitsteilig erzeugter Waren) genau so inhaltslos sei wie eine Körperzelle! Nachlesbar im Vorwort des Karl Marx zur ersten Auflage seines Lebenswerkes "Das Kapital". Auf diesem Irrtum aufbauend entwickelt er Schlussfolgerungen, die trotz bester Absichten auf Abwege führen. Wenn dann die Skrupellosen die Gutgläubigen verdrängt haben und mit Gewalt das Menschheitsglück erzwingen wollen, erfüllt sich die alte Weisheit: Ein kleiner Irrtum am Anfang ist am Ende ein großer! |
Boris Jelzin ![]() 28.1.2009, 22:44 Uhr |
geht doch stalin ficken ihr bolschewistenschweine! |
lol ![]() 28.1.2009, 20:46 Uhr |
gerade drüber gestolpert und vielleicht im zusammenhang hier intressant "Neuer Mensch als kollektives Ungeheuer - ein Beitrag zum Begriff des Staatskommunismus" - kurz und knackig http://www.gerhardscheit.net/pdf/neuerMensch.pdf p.s. marx fordert ja deswegen studiengebühren, weil der allgemeinheit nicht zugemutet werden kann die ausbildung der kinder der bourgeoisie zu finanzieren. die heutigen studenten fühlen sich zwar oft als zukünftige elite, werden aber mehrheitlich auch nur die reihen der angestellten und mittleren beamten füllen. die universitäten auf denen mehrheitlich die zukünftige elite ausgebildet wird (und die ein entsprechendes niveau haben) haben bereits studiengebühren. so long. |
Felix ![]() 28.1.2009, 12:20 Uhr |
Die LHG streitet dafür, dass alle Menschen die gleichen Startchancen im Leben bekommen. Natürlich wird man das nie ganz erreichen können, aber das ist doch die beste Voraussetzung für Gerechtigkeit abseits von Utopien jeder Natur. So kann man z.B. trefflich streiten, ob Studiengebühren, die Marx übrigens gefordert hat, wirklich sinnvoll sind ... Wer Lust auf diese Diskussion hat, ist am 09.02. herzlich ins Old San Francisco (Michaelisstraße) ab 20.00 Uhr zum LHG-Treffen eingeladen. |
| Ha fuersonstiges-mueller@web.de ![]() 28.1.2009, 11:45 Uhr |
@Wilhelm Tell Sag mal du beschwerst dich über lols Rechtschreibung mit den Worten Grundschule.Hattest du mal Etik in der Grundschule?Oder in Klasse 5 nd 6. genauso schlecht argumentierst du nämlich.Dein Geschwafel hört sich an wie ein Teilnehmender bei Olli Geißen. Und @Manifakturist du sprichts von Realitätsferne? Hammer! capitalism now? Neoliberalismus! |
lol ![]() 28.1.2009, 00:33 Uhr |
es verhält sich genau umgekehrt: die dinge um mich herrum erscheinen mir zumeist nicht als selbstverständlich: die Existenz von Produktionsmitteln die von den Produzenten getrennt sind, die Produktion von nützlichen Dingen als Waren, also als etwas auf dem Markt er mit dem nötigen Kleingeld zu erwerbendens, das Geld, die Lohnarbeit usw. usf. als dies erscheint aber in der bürgerlichen gesellschaft als natürlich: das wir unsere arbeitskraft verkaufen um dafür bedrucktes papier und metall münzen zu kaufen, mit der wir die dinge unserers täglichen bedarfs kaufen müssen und alles andere, das es einen staat gibt der das eigentum garantiert (auch das der arbeitenden an ihrer Arbeitskraft, der staat ist also mindestens genauso der idelle gesamtkapitalist wie der idelle gesamtarbeiter). all das sind bei genauerer betrachtung irre dinge und bei genauer betrachtung stellt sich auch herraus: geld ist nicht einfach ein nützliches ding das dazu taugt das ich nicht immer eine herde schaafe mit mir rumschleppen muss und sie zerteilen muss wenn ich etwas anderes möchte. es zeigt sich vielmehr das all diese dinge die auf den ersten blick zwar ganz nützlich erscheinen (und das aus bestimmten gründen), allerdings den menschen doch eher schlecht anschlagen. ich weiss also genau wo mir der schuh drückt und träume nicht einfach von einer besseren gesellschaft, ich was was weg muss, damit die chance besteht das es besser wird. und: ich glaube nicht das ich das in seiner gänze hier erklären kann: marx selbst hat dafür 5 dicke bücher gebraucht und ist noch nicht einmal fertig geworden - muss in einigen dingen auch erweitert werden. wenn ihr tatsächlich etwas darüber wissen wollt, solltet ihr vielleicht einfach mal nachlesen. das müsst ihr ja auch nicht mit der linksjugend machen. bei zeitlicher beschränkung kann man auch ohne 5 bücher durcharbeiten zu müssen, wenn man gründlich liest, "lohn preis profit" von marx lesen. darin wird einiges grundsätzliches klar (sind etwa 30 seiten). ansonsten kann man auch Michael heinrich lesen. der ist kein ersatz, aber von den existierenden einführungen die beste (und äußerst günstig und übersichtlich) das buch heißt "einführung in die kritik der poltischen ökonomie" ist nicht besonders dick und kostet 10 euro (theorie.org). das jeder unternehmer werden kann ist einfach nur quatsch. natürlich ist es prinzipiell genauso möglich das jeder unternehmer wird, wie das jeder universitäts-dozent wird. es ist kein zufall das die menschheit sich im kapitalismus so teilt das stets genug arbeitskräfte vorhanden sind, genauso wie das immer genug kassierer, feuerwehrleute usw. hervorgebracht werden. auch wenn es kein argument ist: um das aufzudröseln fehlt mir die zeit und das ist hier wohl auch nicht der platz. zu allem überfluss lässt sich das bei wirklichem interesse alles auch nachlesen. ernsthaft marx, adorno, benjamin, krahl, debord oder andere zu lesen hat noch niemanden dümmer gemacht und zu irgendwelchen verbrechen geführt. |
| Wilhelm Tell mail@tell.de ![]() 27.1.2009, 23:37 Uhr |
also als so hinterwäldlerisch hätte ich dich nicht eingestuft. Feuer legen und denken, dass man dann ein besseres Leben haben kann. Du denkst, dass du nichts hast - siehst aber alles was um dich herum ist als Selbstverständlichkeit an? Jeder Mensch hat die Freiheit sich selbst zu entscheiden, ob er Arbeitnehmer oder Arbeitgeber wird - nur kommt bei Zweitgenanntem auch noch eine ganze Menge Risiko mit dazu. |
lol ![]() 27.1.2009, 23:37 Uhr |
"Um mal deine erschreckende letzte Aussage wieder zum Thema zu lenken: Du bist ernsthaft bereit, mit GEWALT der Menschheit deine Meinung aufzudrücken?" wo habe ich denn das geschreiben? 1. wie will man jemanden denn eine meinung aufdrücken? ich vermute das ist nicht möglich. gehirnwäsche und ähnliches mal ausgenommen. jemanden eine meinung aufzuzwingen ist etwa so gut möglich wie jemanden das verständnis der relativitätstheorie einzuprügeln. (an die Welt - die bestehende ordnung - feuer zu legen ist etwas völlig anderes als jemanden anzuzünden. erschöpfend die gewaltdebatte aufzurollen würde ich vermeiden: über etwas wie gewalt lässt sich gar nicht prinzipiell sprechen und auch die freunde der bürgerlichen gesellschaft sind ja keine feinde der gewalt, sondern freunde des gewaltmonopols) 2. der begriff links ist ja kaum so etwas eine geschütze handelsmarke, denn kann meinetwegen verwenden wer will. in einer zeitung stand als überschrift mal in etwa "der hessischen cdu ist das unmöglich gelungen: sie hat in der linkspartei kommunisten entdeckt" - ich finde das ist eine im großen und ganzen sehr richtige einschätzung der lage. 3.was soll denn eine politische kraft sein? wo fängt das an, wo hört das auf? ich habe kein interesse daran verantwortung in dieser gesellschaft zu übernehmen und ich intressiere mich auch nicht dafür soetwas wie eine politische kraft zu werden. mich interessiert diese gesellschaft überhaupt nur deswegen weil sie mir täglich so einiges zumutet und auf die nerven fällt, von dem umstand in der uni sinnlose informationen zu lernen bis hin zu dem punkt das mein geldbeutel darüber entscheidet ob ich meinen hunger stillen kann oder nicht; dem entsprechend schert mich wenig wenn wirtschaft und politik den laden an die wand fahren, ich habe nicht den drang mich ständig als den besseren politiker zu imaginieren. ich hätte aber meine freude daran die gesellschaft zum teufel zu schicken ("feuer an sie zu legen" um platz zu machen für eine bessere ("um ihr mehr glanz zu verleihen" platz zu machen. ob dies gelingt wird sich zeigen, sicher bin ich mir nur in einem punkt: einmal die einsicht in gesellschaftliche verhältnisse gewonnen ist wird sie unerträglich, besser aber kann es nur werden wenn es anders wird. was soll ich große pläne für eine revolution schmieden, die doch nur in gemeinschaftlicher tat vollzogen werden kann und von den vollziehenden gestaltet werden muss, wie soll ich mir anmaßen zu bestimmen wie eine andere gesellschaft auszusehen hat, über den köpfen der menschen die in dieser gesellschaft leben und diese gesellschaft schaffen werden? nicht zufällig zitiert marx im kaptial den italienischen ökonomen giammaria ortes mit "statt unnütze systeme für das Wohl der Völker aufzustellen,will ich mich darauf beschränken, die Gründe ihres unglücks zu untersuchen" (~1794) 4. die frage nach der poltischen kraft ist damit wohl beantwortet, gründe warum es sie nicht gibt, gibt es wahrscheinlich noch mehr als dafür warum die fpd in der zeit der BRD nie über 50% gekommen ist: das aber ist ja auch kein argument für die richtigkeit und die schwachsinnigkeit ihrer positionen. deren richtigkeit ist unabhängig von der frage ob sie sich auf dem markt behaupten kann. als extremes beispiel: der antisemitismus im natioalsozialistischen deutschland, war ja nicht deswegen richtig weil die mehrheit der bevölkerung ihn geteilt hat. oder: ob die parlamentarische demokratie die probleme der gesellschaft lösen kann wird nicht dadurch entscheiden, ob etwa 60% der Ostdeutschen nach einer Stude der FES dies nicht glauben. |
Lib ![]() 27.1.2009, 22:48 Uhr |
Um mal deine erschreckende letzte Aussage wieder zum Thema zu lenken: Du bist ernsthaft bereit, mit GEWALT der Menschheit deine Meinung aufzudrücken? Ganz ehrlich: Ich finde das abstoßend. Also: DIE LINKE ist gar nicht links? Die MLPD auch nicht? Was ist denn dann überhaupt links? Gibt es denn irgendeine wahrnehmbare politische Kraft, die ansatzweise deine Meinung vertritt? Oder gibt es vielleicht Gründe, dass es eine solche Kraft nicht gibt? |
| lol joachimlolfiore@sofort-mail.de ![]() 27.1.2009, 22:26 Uhr |
na dann werden wir mal ernster. 1. es ist sinnfrei anhand meiner rechtschreibung, zu versuchen meine beiträge abzuwerten. ein argument für denn sinn einer einheitlichen rechtschreibung (also a la duden) jedenfalls findet sich in deinem text nicht und lässt sich schwerlich finden, solange das verständnis des geschriebenen nicht beeinträchtigt wird. deine äthetischen probleme sind so wohl eher auf deinen autoritären charakter, denn auf irgendwelche inhaltlichen erwägungen zurückzuführen. 2. deine vorstellung von egoismus ist nicht nur nicht begründet, sondern macht sich auch unbegründbar, indem du ihn in das wesen des menschen verschiebst. dein beispiel ist so realitiätsfern, wie schematisch. und folgt dem muster an das du auch in der gesellschaft glaubst: a) das kind ohne essen versucht mit gewalt das kind mit essen zu enteignen. dies kommt als option in der welt nicht in frage, denn gewalt lehnst du zumindest vordergründig ab. b)die von dir bevorzugte variante: kind ohne essen tauscht mit kind mit essen und alle sind froh. dabei setzt du selbstverständlich vorraus das das kind ohne essen zumindest etwas anderes hat, das es tauschen kann und an dem das kind mit essen interesse hat. c) das kind ohne essen rennt zu seiner mutti, dem staat, die greift gewalttätig in das verhältnis der kinder ein und verteilt das essen gleich. die kinder sind natürlich die bürger und statt etwas über kinder zu erzählen, hast du nur deine eigene auffassung der gesellschaft -ohne argument freilich- zum besten gegeben und die gesellschaftliche synthesis aus dem kindlichen egoismus erklärt. eine glanzleistung. 3. das du, bzw. ihr eure eigenen theoretiker nicht kennt (ja überhaupt chronisch ungebildet seid) versuchst du nun billig damit zu überstellen, das du mir vorwirft ich würde einfach nur große philosophen zitieren. dabei widerlegst du nicht was ich gesagt habe oder bringst ein argument, sondern hoffst auf den antiintellektuellen affekt des lesers. bravo. 4. dein argument, das den leuten doch genug bleibt um mal ne neue waschmaschine, nen neuen flatscreen oder nen urlaub zu bezahlen verpufft bei genauerer betrachtung ebenso: es ging in meiner darstellung ja nicht um die frage ob die menschen sich mal einen urlaub leisten können, sondern darum das sie ihr gesamtes einkommen verkonsumieren und zwar so restlos, das die meisten sich niemals produktionsmittel auf dem stand der technik leisten können um ernsthaft in konkurenz zu unternehmen zu treten die soviel gewinn abwerfen das man dem ewigen kreislauf von lohnarbeit und reproduktion der arbeitskraft entkommen kann. dafür völlig unerheblich, aber trotzdem ganz interessant ist doch das diejenigen die millionen verdienen oder milliarden besitzen oft trotzdem nicht fürstlich leben, sondern ununterbrochen arbeiten, wie ein ackermann zusammenbrechen oder wie ein ratiopharm besitzer dessen namen mir entfallen ist, sich vor den zug werfen. ein herrliches leben der lust und freude, wahrhaft. 5. und letztens: gewinnt meinetwegen den wettkampf der parteien (ironie der geschichte das die partei des marktes auf dem markt der parteien gegen andere verliert) das ist mir sowas von schnuppe und dann bitte pfeift den staat zurück, ich bin so unpatriotisch das es mir egal ist ob deutsche banken pleite gehn oder die autoindustrie in deutschland kollabiert, hoffnungsvoll am konjunkturpaket stimmt mich nur das wenn die wirtschaft baden geht, der staat direkt mit im wasser landet. ich habe dabei nichts zu verlieren und wenn die arbeiter und angestellten bei opel und ford sich ihrer lage bewusst wären und die überwiegende mehrheit der menschen, wüssten sie das sie auch nichts zu verlieren haben. ich bin schon lange einer jener "leute die ernsthaft dazu bereit sind, an die welt feuer zu legen, um ihr mehr glanz zu verleihen". |
Manufakturist ![]() 27.1.2009, 21:13 Uhr |
@lol Mal davon abgesehen, dass weite Teile deiner polemischen Texte in dem geneigten Leser, so er Grundschulkenntnisse der deutschen Rechtschreibung besitzt, einen leichten Würgereiz auslösen, ist es interessant, dass laut deiner Theorie beinahe niemand am Ende des Monats irgendetwas von seinem Gehalt etc. übrig hat (so er zur den armen, unterdrückten Menschen gehört, die darauf angewiesen sind). Das ist sehr traurig, denn dann kann niemand sparen, um sich ohne Kredit irgendeine größere Anschaffung zu leisten, niemand hat mehr Geld für Urlaube oder andere Anschaffung neben dem Lebensnotwendigstem und die, die Geld haben, haben keine Zeit. Triste Vorstellung. Weiterhin wage ich zu behaupten, dass wenn Peter und Paul für eine bessere Welt ackern, sich irgendwo Harry Hammock sagt "Lass die doch schuften, ich bekomm eh alles, was ich brauch für mein Leben". Aber ich vergaß, Menschen sind ja nicht von Natur aus egoistisch, deinen umfassenden Erläuterungen zu dieser Aussage kann man das ja entnehmen. Und um auch einmal mit Zitaten eines großen Philosophen um mich zu werfen "ein Blick in die Welt hätte dir gezeigt, dass..." was du erzählst realitätsfern und ignorant ist. |
| Wilhelm Tell mail@tell.de ![]() 27.1.2009, 18:51 Uhr |
Als unbeteiligter Dritter finde ich die Idee der Plakate interessant und zugleich ammüssant. Das so ein kontroverses Thema aufgegriffen wird, finde ich gut. Plakate müssen durch ihre Bilder sprechen und jeder weiß in welchem Zusammenhang die Bilder und der Text zu deuten sind. Dass lol soviel zur Thematik beiträgt ist klasse, allerdings sollten die Beiträge etwas kürzer und verständlicher geschrieben werden - die deutsche Grammatik gilt für jeden und hilft Zusammenhänge zu verstehen. Ich freue mich auf eine weitergehende Diskussion!! |
| lol maxlolhoelz@sofort-mail.de ![]() 27.1.2009, 16:01 Uhr |
@lib es ging auch nicht darum den kapitalismus in seiner heutigen erscheinungsform zu bestimmen (erscheinungsform weil: die arbeitsteilige produktion von waren und deren tausch zum zwecke der kapitalakkumulation und das mehr oder weniger gute gelingen dieser ohne betrug des gegenübers, sind wohl noch immer grundlage des kapitalismus) zu bestimmen, sondern aufzuzeigen das die konstitution des kapitalismus, als eines systems das sich selbst reproduziert (also weder durch gewalt von aussen aufrechterhalten wird noch einfach zusammenbricht) eine geschichtliche und blutige grundlage hat, eben das was die klassischen ökonomen und mit ihnen marx "die ursprüngliche akkumulation" nennt. so friede freude eierkuchen und wir machen mal nett den kapitalismus da sind alle frei und gleich, ist das ganze nähmlich nicht abgelaufen. dementsprechend unsinnig ist es auch wenn manufakturist schreibt "Das heißt allerdings auch, dass er das selbst und sehr bewusst getan hat". die menschen haben damals wohl genau sowenig bewusst gehandelt wie damals auch. was damals allerdings meist personelle gewalt war, ist heute eine verinnerlichte a personelle gewalt (die allerdings wie oben ausgeführt, durch personelle gewalt hergestellt wurde.). das die menschen nicht bewusst gehandelt haben war den klassichen aufklärern übringens im gegensatz zu euch pfeifen bewusst : darum sprach giambattista vico von der göttlichen vorseheung die aus dem eigenennützigen handeln der menschen gegen deren wissen und willen die gesellschaft konstituiere, kannte nannte das die vernunft (und legte damit die kontroll instanz genau wie rouesseau auch in den menschen, ohne das dieser aber vollends dieser inne werden kann, da er auch triebhaftes wesen ist), adam smith schließlich nannte es die unsichtbare hand und heute ist es immer noch der markt der -man weiss nicht wie- die eigennützigen interessen der menschen auf eine art und weise miteinander verbindet, das hier nicht mord und totschlag herrscht. also von bewusst machen kann hier keine rede sein, deswegen lehnt hayek ja auch sozialsteuerung etwa ab: weil der mensch eben nix bewusst manchen kann, weil er die welt angeblich gar nicht verstehen kann. zumindest seine eigenen propheten sollte man doch kennen, dann kommt auch nicht son quatsch raus wie "die menschen machen das bewusst". aufklärung im zeitalter des liberalismus (und dazu zählt marx genauso wie ein kant, ein adam smtih oder david ricardo) hatte sich nun genau die aufgabe gesetzt dieses unbewusste aufzuklären. vico kam nur bis zu gott, smith bis zur invisible hand, marx hat in anknüpfung an smith versucht weiter zu gehen und durch eine differenzierung des arbeitsbegriffes (der bei adam smith noch unterschiedlichste dinge meint) dem geheimnis der kapitalistischen reichtumsproduktion und der gesellschaftlichen synthesis auf die spur zu kommen. hayek und andere ideologen des neoliberalismus stehen dem klassischen liberalismus im eigentlichen sinne ferner als marx, denn für sie gibt es das war die liberalen klassiker betrieben: gesellschaftstheorie eben gar nicht: für hayek gibt es nur den markt der entscheidet und jeder der glaub gesellschaft verstehen oder erkennen zu können liefert sich für ihn der gefahr des totalitarismus aus. das allerdings ist eine dezidiert antiaufklärerische position. |
| lol maxlolhoelz@sofort-mail.de ![]() 27.1.2009, 16:00 Uhr |
marx hat im übringen keinesfalls eine steuerung der wirtschaft durch pläne von oben propagiert. in seiner schrift gegen proudon "das elend der philosophie" sagt er sogar explizit das preisfestlegungen den ohnehin blinden produzenten noch den taststock stehlen mit denen diese sich über die nachfrage informieren. ihm schwebte auch keine arbeitergesellschaft mit guten löhnen ("guter lohn für gutes tagwerk vor" ein blick in lohn preis profit zeigt das marx im gegenteil das lohnsystem überhaupt ablehnte: marx war der auffassung: wenn peter und paul wollen, das es ihnen wirklich gut geht, dann müssen sie und die andern gemeinsam schluss machen mit staat, kapital, lohnarbeit, geld, tausch usw. und zwar nicht zurück in die subsistenzwirtschaft, sondern nach vorn: eine hochgradig arbeitsteilige gesellschaft in der nach bedürfnissen produziert wird und konsumiert wird. "jeder nach seinen fähigkeiten, jeder nach seinen bedürfnissen" meint genau das: eine gesellschaft in der der einzelne sich frei entfalten kann und wegen seiner bedürfnisse zugang zu den dingen hat, dort wird wie es an einer anderen stelle heißt: "die freiheit des einzelnen zur vorraussetzung der freiheit aller". eine gesellschaft in der die einzelnen nicht frei sind (wie ddr, su, usw. usf.) ist niemals eine freie gesellschaft. das die ideologen der kommunistischen parteien und der sozialdemokratie das suggerierten gehört zu den widerlichsten auswüchsten des sozialismus.auch die geschichte mit dem egoismus ist völliger unsinn (zum einen schlichtweg falsch, etwas erfahrung im umgang mit kindern hätte dem manufakturisten dies wohl auch gezeigt) zum anderen aber völlig unerheblich: grade aus eigennutz müssten die menschen, die gesellschaft und das eigene elend in ihr durchschaut, die revolution machen. der kommunismus ist doch keine wohlfahrtsveranstaltung. anders als die gutmenschen von linkspartei und grünen immer behaupten macht man die revolution nähmlich immer für sich selbst und mit anderen, weil diese die gleichen probleme haben wie man selbst. mit kapitalisten hat marx im übringen die mittelständler nicht verglichen. ein blick in die welt hätte euch gezeigt das das leben der meisten menschen nicht rosig ist: ein leben lang arbeiten und dabei meist mehr oder weniger gut über die runden kommen und am ende abnippeln nachdem man vielleicht noch ein paar jahre seine rente genossen hat in der man oft so zerschissen von 40-50 jahren arbeit ist, das man ohnehin nicht mehr viel am leben zu genießen hat. und mit som manager will doch auch niemand tauschen: was ist das fürn trauriges leben indem man 60h und mehr die woche arbeitet. wer so eine person kennt weiss: nett ist echt was anderes. das problem: kein geld (und damit relativ wenig um seine bedürfnisse zu befriedigen) oder keine zeit (und damit relativ wenig um seine bedürfnisse zu befriedigen) sind die alternativen vor denen die meisten menschen stehen. ein leben in müßiggang und freunde führen doch die wenigsten und werden im kapitalismus auch die wenigsten jemals führen. |
Manufakturist ![]() 27.1.2009, 14:31 Uhr |
Ich denke nicht, dass Kapitalist in irgendeiner Weise bestritten hat, dass der Mensch sich zu einem Großteil selber zu dem gemacht hat, was er heute ist. Das heißt allerdings auch, dass er das selbst und sehr bewusst getan hat... Sicherlich sind wir alle durch Geburt und Jugend fremdbestimmt, doch das kann man nicht ändern, es sei denn man lässt die gesamte Jugend ab jetzt von vorprogrammierten Computern erziehen, um noch den letzten, fremdbestimmenden Einfluss der Eltern abzuwehren. Und auch wenn jetzt alle Möchtegern-Gutmenschen anfangen werden zu jammern: Jeder Mensch ist ab den ersten Jahren seiner Geburt egoistisch. Man nennt das den Selbsterhaltungstrieb, der dient dazu, das Überleben eines jeden Individuums zu sichern. Wenn ich 2 Kleinkinder habe und das eine einen Tag lang hungern lasse (Kind H) und dem anderen Essen in Hülle und Fülle gebe (Kind Fetti, also F), gibt es ein paar Möglichkeiten, die passieren können: 1. Kind H versucht F mit Gewalt essen abzunehmen 2. Kind H versucht, etwas gegen einen Teil des Essens von Kind F zu tauschen. Dann haben beide etwas gewonnen. 3. Kind H rennt zur Mami, Mami nimmt F das Essen mit Gewalt weg und gibt, wenn sie selber auch etwas davon hatte, zu gleichen Teilen an H+F zurück. Was unter Garantie NICHT passiert, ist, dass Kleinkind Fetti aus freien Stücken was von dem Essen, was er als überlebensnotwendig ansieht, ohne einen entsprechenden Gegenwert freiwillig an H gibt. Weil F sowie sämtliche anderen Individuen egoistisch ist und nicht selbstlos handeln wird. Ich sage nicht, dass Menschen nicht im Laufe ihres Lebens selbstloses Handeln erlernen können. Aber sie sind definitiv von Anfang an egoistisch und die breite Masse hat keine Ambitionen, daran etwas zu ändern. Und wenn man Egoismus als Grundeigenschaft eines jeden Menschen nimmt, dann kann Kommunismus nicht funktionieren. |
Lib ![]() 27.1.2009, 14:31 Uhr |
Mit Verlaub, lieber lol. Aber das, was du sagst, hört sich eher nach schmuddeliger Industrialisierung, qualmender Kohleheizung und verrotteten Mietskasernen an, aber ist doch keine Antwort für die Hightech- und Dienstleistungsgesellschaft im 21. Jahrhundert? Die Schwarz-Weiß-Malerei von Marx (hier: Lohnempfänger, da: Arbeitgeber) ist doch längst überholt. Spitzenmanager verdienen als Angestellte wirklich viel Geld, während viele selbstständige Mittelständler von Bürokratie und Abgabenlast erdrückt werden. Marx will doch eine Steuerung der Wirtschaft von oben durch Pläne. Genau das haben die kommunistischen Länder gemacht. Mal unabhängig von den Menschenrechtsverletzungen: Aber hat sich nicht auch gezeigt, dass die ÖKONOMISCHE Idee des Marxismus einfach nicht funktioniert? Beispiel DDR: Märkte bilden sich von ganz allein (Schwarzmärkte), während eine Planwirtschaft immer von oben verordnet wird. |
| lol robinlolhood@sofort-mail.de ![]() 27.1.2009, 11:24 Uhr |
da kommen sie die anthropologen und mit ihnen die dümmsten aller argumente: "der mensch ist wie er ist". die menschen sind teil ihrer verhältnisse und haben nur als teil dieser soetwas wie ein "wesen". der mensch wie wir ihn heute kennen ist ein gemachter (wohlgemerkt von sich selbst wie von den anderen). die trennung der menschen von ihren kleinbäuerlichen produktionsmitteln und damit das ende der subsistenzwirtschaft, die notwendigkeit der lohnarbeit, die subjektivierung des menschen und die objektivierung der welt, das zerbrechen des menschlichen seelenlebens in einander entgegengesetzte teile: trieb und vernunft, die bipolarität der geschlechter, die prinzipielle akzeptanz dieser welt, all dies wurde mit gewalt in die welt gesetzt. die übergangsphasen waren des wegen nicht nur von gewalt gekennzeichnet (vertreibungen, aussperrungen, polizei und militär gegen streikende), sondern auch von aufständen der betroffenen. rousseau war noch so weitsichtig in seinem contrat social zu erkennen "wenn es also Sklaven von Natur gibt, so liegt der Grund darin, daß es schon vorher Sklaven wider die Natur gegeben hat. Die Gewalt hat die ersten Sklaven gemacht; ihre Feigheit hat sie beständig erhalten." (1.Buch, 2.Kapitel) marxs selbst hat die vorstellung des zwangs und der unterdrückung der menschen oder der erziehung die massen durch eine avantgarde bereits in den thesen zu feuerbach zurückgewiesen, dort heißt es: "Die materialistische Lehre von der Veränderung der Umstände und der Erziehung vergißt, daß die Umstände von den Menschen verändert und der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie muß daher die Gesellschaft in zwei Teile – von denen der eine über ihr erhaben ist – sondieren." und fügt hinzu "Das Zusammenfallen des Ändern[s] der Umstände und der menschlichen Tätigkeit oder Selbstveränderung kann nur als revolutionäre Praxis gefaßt und rationell verstanden werden." |
| lol robinlolhood@sofort-mail.de ![]() 27.1.2009, 11:24 Uhr |
für marx stellte sich die sache wohl folgendermaßen da: ein blick in die welt zeigt, das diejenigen die vom verkauf ihrer arbeitskraft leben (unabhängig davon ob als gut bezahlter vorarbeiter oder tagelöhner und heute auch zutreffend für das was man mal "die angestellten" nannte, die heute wie siegfried kracauer schon in den 30gern wunderbar ausgearbeitet hat längst selbst proletarisiert sind, schlecht leben und damit ist nicht zwingend "absolute armut" gemeint wie die sozialforschung das heute nennen würde, sondern das phänomen, das die jenigen die auf lohn und gehalt angewiesen sind zu nichts kommen im leben: nicht nur verbringen sie die längste zweit damit ihre arbeitskraft (und damit auch ihre lebenszeit) in den dienst anderer zu stellen, sondern auch noch den rest des tages damit am nächsten tag wieder fit für die arbeit zu sein. am ende des monats ist der lohn/das gehalt dann verkonsumiert und der zwang zur lohnabhängigen beschäftigung bleibt erhalten. die anhäufung von soviel geld, durch konsumverzicht, das dieses widerum als kapital einsetztbar wird, ist zwar prinzipiell möglich (denn jeder hat das recht dazu und niemand würde am kauf von produktionsmitteln gehindert werden), allerdings faktisch realitätsfern: es verhält sich dort wie mit der vorstellung jeder könne ja wenn er wolle professor oder manager werden, eine solche gesellschaft könnte gar nicht funktionieren, muss ihre strukturellen sortierungsfunktionen (und damit ist nicht gemeint das kinder aus "arbeiterfamilien" mit höherer wahrscheinlichkeit nicht studieren) die sie als arbeitsteilige erhalten gleichzeitig dem willen der einzelnen zuschreiben und setzt sich auch bis in den willen der einzelnen fort. marx hätte nicht vermutet das jemand der sein leben lang arbeiten muss und aus diesem teufelskreis niemals herauskommt, damit zufrieden sein könnte, er war der ansicht: einmal die verkackte lage erkannt, in der jeder steckt der seine arbeitskraft verkaufen muss, würde wenig übrig bleiben als der aufstand. dieser aufstand ist aber nicht nur eine welt veränderung, sondern auch eine selbst veränderung, wie die aufklärung nicht nur welterkennen ist, sondern zugleich selbsterkennen. d.h. die menschen einer anderen gesellschaft produzieren sich erst im kampf gegen diese gesellschaft, das dieser kampf allerdings kommen muss war für marx selsbtverständlich. das dieser kampf scheitert bis er sich scheinbar selbst überlebt hat und die entstehung einer dienstleistungsklasse mit einem völlig vernebelten bewusstsein und einer kulturindustrie in dem ausmaß wie wir sie heute kennen, war ihm unvorstellbar. das die revolutionen in allen kapitalistischen ländern allerdings gescheitert sind ist ganz einfach eine frage der gewalt: freikorps und reichswehrtruppen gegen streikende und aufständische arbeiter kennt die geschichte in deutschland etwa zu hauf. das eine spd und kpd, inkl. sowjetunion und ddr dann an der politischen und oft auch physischen liquidierung dieser revolutionäre auch noch mitgewirkt haben ist ein weiterer trauriger aspekt der geschichte. statt dummes zeug zu erzählen und geld für inhaltlich schlechte (und auch optisch beschissene) plakate auszugeben, sollet ihr euch mal lieber ein buch kaufen oder einen blick in die welt riskieren. zum einstieg wenn es nicht das kapital sein soll, lest doch mal M. Kubina: Von Utopie, Widerstand und Kaltem Krieg. Das unzeitgemäße Leben des Berliner Rätekommunisten Alfred Weiland (1906–1978). auch hier zeigt ein blick in die geschichte: kommunisten wie weiland waren die ersten die (damals noch vom sicherheitsapparat der kpd aus dem die stasi hervorging) politisch in der sbz und später in der ddr verfolgt wurden (w. wurde 1950 aus west berlin entführt und zu 15 jahren zuchthaus verurteilt). weitere beispiele gibt es zu hauf. ^^ |
Kapitalist ![]() 27.1.2009, 02:25 Uhr |
Ich möchte die Verfechter der Marxschen Theorie dann mal gerne bitten zu erläutern wie eine Revolution zum Kommunismus geschehen soll. Denn leider scheitert es nicht erst in der Theorie, sondern schon beim Weg zur Utopie. Dafür wären andere Menschen notwendig, ob jetzt in der Natur des Menschen oder von mir aus auch als Ergebnis des Systems, der Mensch wir er jetzt ist und wie er bis jetzt in großen Gesellschaften war, ist leider nicht für den Gesellschaftsentwurf Kommunismus geeignet, daher müsste dieser mit Zwang und Unterdrückung durchgesetzt werden. Wenn ein System darauf aufbaut, dann halte ich es für durchaus Nachvollziehbar, dass es zu Utopie noch nicht gereicht hat und es leider nie zum "richtigen" Kommunismus gekommen ist. Wie bis jetzt auch keine andere Utopie der Systeme verwirklicht wurde. Wäre der Mensch heute für den Kommunismus geeignet, so würde meiner Meinung nach jedes andere System genauso gut funktionieren, es ist keine Sytemfrage sondern eine Frage des Menschen. Daher sollte das System dem Menschen, wie er eben ist, angepasst werden. Den ungezügelten Kapitalismus will hier, glaube ich, niemand. Und zum Glück ist es ja auch nie soweit gekommen wie von Marx befürchtet, denn mit wachsender Wirtschaft - siehe da - wurden auch eine soziale Komponente in der Marktwirtschaft etabliert. Nicht das System muss neu überdacht werden sondern in dieser unperfekten, sozialen Marktwirtschaft, müssen eben ständig die kleinen Schrauben gestellt werden um das System an den Menschen anzupassen und ihm die größtmögliche Freiheit zu Gewähren. |
geschichte ![]() 27.1.2009, 00:48 Uhr |
wieso lautet die aussage "gegen geschichtsverfälschung"? marx war ein autor. wo kann man da geschichte fälschen? außer, in dem man plakate mit seinem namen aufhängt und not & elend zeigt? ihr seid irgendwie schizophren... |
anonymous ![]() 27.1.2009, 00:45 Uhr |
wer auch immer die plakate aufgehängt hat, sollte sich, nach dem lesen der berechtigten kritiken an motiv & aussage, freuen, dass die peinlichkeit nicht mehr hängt. ätsch. |
Freiheitskämpfer ![]() 26.1.2009, 23:08 Uhr |
Wow, scheint offenbar tatsächlich zu provozieren. Aber so ist es ja gedacht. Ich frage mich nur, warum man immer erst einen Kapitalismus braucht, um ein Land aufzubauen und um es dann per Plan und Befehl wieder zu zerschroten? Gibt es denn auch nur ein einziges Gegenbeispiel in der Geschichte? Wann ist denn eine Gesellschaft reif für den Kommunismus? Zumal ich nicht sicher bin, ob ich eine Gesellschaft, die auf freiwilligen, FRIEDLICHEN Markttausch beruht, gegen eine Gesellschaft eintauschen will, die auf GEWALT (Revolution, Enteignung) beruht. Gehört nicht somit Gewalt - und das ist der Vorwurf - zwingend zum Marxismus? |
| lol peterlolpan@sofort-mail.de ![]() 26.1.2009, 21:42 Uhr |
wer lesen kann ist wie immer klar im vorteil. ein blick ins kapital hätte unsere freundInnen von der liberalen hochschulgruppe manch peinliche äußerung erspart. es ist vielmehr die liberale hochschulgruppe die an die ideologische borniertheit des ostens anschließt: wie in der arbeiterbewegung - inkl ihrer autoritäten auswüchse in der ddr und sowjetunion - das kapital zwar hoch gelobt aber selten gelesen wurde (schon in der spd hielt man es für schwer geschrieben und las lieber den dummen kautsky), so verteufelt ihr den alten mohr, ohne ihn zu kennen. wahre kinder des freien geistes: wohl vorallem frei von bildung und verstand. hätte man den alten marx gelesen und dessen analysen etwa der warenform (verstanden und) ernst genommen hätte man seinen laden im osten wohl dicht gemacht. bsp: einmal nachgeschlagen MEW 22, 232 "Die Abschaffung der Klassen ist unsere Grundforderung, ohne sie ist die Abschaffung der Klassenherrschaft ökonomisch ein Unding" da fällt es schwer von arbeiter- und bauernstaaten zu sprechen. Oder MEW 38, 94: "Und nun noch eins: Seit ihr versucht, die Veröffentlichung des Artikels mit Gewalt zu verhindern, und der "Neuen Zeit" habt Warnungen zukommen lassen, sie würde im Wiederholungsfall vielleicht auch parteilich verstaatlicht und unter Zensur gestellt, muß mir die Besitzergreiung Eurer ganzen Presse durch die Partei doch unter einem eigentümlichne Licht erscheinen. Wodurch unterscheidet ihr euch von Puttkamer, wenn ihr in euren eigenen Reihen ein Sozialistengesetz einführt? (...) Im "Vorwärts" wird geprahlt mit der unantastbaren Freiheit der Diskussion, aber zu merken ist davon nicht viel." (friedrich engels an bebel am 1.mai 1891. seid ihr ausser anscheinend chronisch ungebildet auch noch so widerlich die opfer des stalinismus zu zeugen eurer spießigen ideologie umzumüntzen? sie sind euch reines material im wettstreit der ideen. wie kann man das wort freiheit im munde führen und durch eine solche instrumentalisierung gleich machen mit den herren der bürokratie. wenn ihr wissen wollt woher autoritäre vorstellungen in der su oder ddr, in nordkorea oder china kommen, werft doch einen blick auf deren ideologen. parallelen zu einer ganzen reihe von spinnern bei der linkspartei und spd gibts da genug, nur mit marx haben die alle reichlich wenig am hut. interesse daran werdet ihr kaum haben, nicht auseinandersetzung mit dem gegenstand scheint ja eure sache zu sein, sondern werbung für die eigene partei und ideologie. soweit prost malzeit. |
Akronym ![]() 26.1.2009, 21:20 Uhr |
Liebe Liberale. Setzt euch doch besser mal gemütlich in die Klause und lest ein kluges Buch, anstatt in dummen Aktionismus zu verfallen (oder lockt da der Lebenslauf?). Diese Plakatwerbung ist doch einfach nur Panne und zeigt ganz deutlich, was ihr für einen inhaltlichen Anspruch vertretet: Bildchen mit Suggestiv-Aussagen und seltsam anmutende Korrelations-Tabellen. Ganz schön armselig. |
| klischeelinker elviento82@yahoo.es ![]() 26.1.2009, 17:37 Uhr |
Die Plakate abzureißen ist tatsächlich nicht in Ordnung; das passiert aber nicht nur der liberalen Hochschulgruppe. Außerdem sind viele Plakate an Stellen angebracht worden, an denen es nicht erlaubt ist bzw. die offiziellen Mitteilungen vorbehalten sind. Nun ein Kommentar meinerseits: Zum einen finde ich die Plakate kindisch und wenig konstruktiv. Auch liberal Gesinnte sind herzlich zu den Marx-Lesungen eingeladen und können dort ihre Meinung kund tun. Stattdessen wird lieber nachts plakatiert. Na gut, ist ja jedem selbst überlassen. Doch leider beziehen sich die Plakate nicht auf Marx, denn anders als auch auf der Homepage dargestellt ist Marx nicht verantwortlich für diese Regime. Mit ein wenig mehr Kenntnis dessen hätte man einsehen müssen, dass Marx für den Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus nur (!!!) hochentwickelte Industriestaaten für geeignet hielt - keines der hier plakatierten Beispiele entsprach dem und kann sich somit auch nicht als marxistisch legitimieren. Aufschlussreich wären auch Bilder anderer Staaten gewesen, die einen Vergleich zuließen: sieht es denn in Haiti und der Dominikanischen Republik besser aus als auf Cuba? Leben die Menschen dort freier (gemeint ist hier nicht nur staatliche Einschränkung, sondern auch ökonomische)? Weiterhin geht es in den Lesungen darum, einen klassischen Autor, der auch in Seminaren der Universität Erfurt als solcher eine Rolle spielt, wieder zu lesen und für die momentanen Gegebenheiten Rückschlüsse zu ziehen. Dabei wird weder indoktriniert noch eine Richtung vorgegeben - man liest gemeinsam und diskutiert darüber, ob und inwiefern dies für das 21. Jahrhundert Bedeutung haben kann. Die Plakate hingegen sind rückwärtsgewandt und erinnern an die Propaganda aus der Zeit des Kalten Krieges. Dass sich Menschen zunehmend dem Staat zuwenden, hat sich der Neoliberalismus wohl selbst zuzuschreiben. Schließlich wird die TINA (There is no alternative)-Doktrin der 1990er Jahre auch angesichts der momentanen Krise immer fragwürdiger und viele suchen nach Auswegen - eben auch bei Marx, was in einer Demokratie durchaus legitim ist, schließlich ist seine Analyse der ökonomischen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts durchaus anzuerkennen, egal wie man zu seinen Schlussfolgerungen steht. Fazit: Die Plakate zeigen ideologische Verbohrtheit, Rückwärtsgewandtheit und sind durch ihre schlecht gewählten Beispiele leicht angreifbar. Ich glaube nicht, dass sich die liberale Hochschulgruppe damit einen großen Gefallen getan hat. Auch ließe sich über die auf der Homepage vertretene These, dass der Markt Wohlstand bringe, herzlich streiten. Angesichts sich drastisch zuspitzender sozialer Verhältnisse mag dies in den Ohren Vieler wohl eher zynisch klingen. |
Ano Nym ![]() 26.1.2009, 13:29 Uhr |
Wer auch immer die Plakate abgerissen hat: Meinungsfreiheit gilt auch an der Uni! |
